Besinnlicher Ohrenschmaus zum neuen Jahr

Bad Bentheimer Männerchor konzertiert und begeistert mit weihnachtlichen Liedern im Kloster Bardel

 

sus BARDEL. Voll war die Kirche im Kloster Bardel beim Auftritt des Bad Bentheimer Männerchores am Sonntag. Dem trüben Wetter draußen zum Trotz erhellten weihnachtlicher Lieder zum neuen Jahr die Gemüter.

 

Das Fest ist kaum vorbei, der Schmuck abgeräumt und der Weihnachtsbaum entsorgt. Und bestimmt liegen schon bald die ersten Schokoladenostereier in den Geschäften zum Kauf bereit, was zu einer gefühlten Beschleunigung des Lebens beiträgt. Anders die Stimmung im Kloster Bardel am Sonntag. Wer hierhin kam, konnte noch einmal die Krippenausstellung besichtigen und mit Muße bei Konzert, Kerzenlicht und Krippe im Gotteshaus weihnachtlichen Glanz erleben. Weihnachts- oder Neujahrskonzert?

 

„Wir haben uns kurzum für ein weihnachtliches Neujahrskonzert entschieden und wollen mit dem Konzert in dieser Stunde Gott die Ehre geben“, erklärte Pater Wilhelm Ruhe zur Begrüßung. Danach zog der Männerchor mit dem ältesten überlieferten deutschsprachigen Weihnachtslied „Nun sei uns willkommen, Herre Christ“ aus der Feder von Walter Rein in die Kirche ein. Die Sänger positionierten sich so auf den Stufen zum Altarraum, dass der Blick auf das Krippenensemble frei blieb.

 

Das Programm bestach durch eine stimmungsvolle Auswahl festlichen Liedguts. Zu hören waren unter anderem die Adventskantate „Machet die Tore weit“ (Wolfgang Lüderitz), das klassisch-romantische Chorstück „Heilige Nacht“ des Schubert-Zeitgenossen Johann Friedrich Reichardt, das englische Weihnachtslied „Freuet euch all‘, der Herr ist da“ nach dem Satz von Jacob Bürthel, „Herr deine Güte“ von August Eduard Grell, „Licht ist in die Welt gekommen“ von Johann Sebastian Bach sowie das Weihnachtslied böhmischen Ursprungs „Freu dich, Erd‘ und Sternenzelt“, das tschechische „Trommellied“ und der Klassiker von den Bahamas „Ein Stern strahlt in der dunklen Nacht“ in einer Bearbeitung des Dirigenten Leo F. Schwär, sodass auch hier alle Stimmlagen des Chores zum Tragen kamen.

 

Beeindruckend dazwischen die Bass-Soli von Wilhelm Brüggenolte in einem warmen, melodischen Timbre. Der Chorgesang wechselte mit meditativen Texten, gelesen von Alois Underbrink und Darbietungen an der Orgel. Hier spielte Leo F. Schwär aus „Zwölf Stücke für die Flötenuhr“ von Joseph Haydn und eine Toccata aus der Symphonie Nr. 5 von Charles-Marie Widor.

 

 Schwungvoll sollte das Konzert mit dem Hymnus „Klänge der Freuden“ schließlich enden, doch mit kräftigem Applaus forderte das Publikum seine Zugabe, die es mit dem Volkslied „Oh du Stille Zeit“ prompt erhielt.

 

 

Foto: Austrup
© Grafschafter Nachrichten
vom 
14.01.2017